Körperpflege und Sauberkeitserziehung
Gestaltung der Pflege- und Wickelsituation
Bei der täglichen Körperpflege beachten wir neben hygienisch-pflegerischen Belangen auch wichtige pädagogische Überlegungen.
Sich durch die Erzieherin wickeln zu lassen, ist ein Vertrauensbeweis. Deshalb achten wir auf eine feinfühlige, respektvolle und liebevolle Zuwendung. Dadurch können wir die Beziehung zum Kind stärken und es in seiner Entwicklung unterstützen.
Beim Wickeln haben wir die Möglichkeit, uns dem Kind intensiv zuzuwenden und ihm einen Moment der Ruhe und Zweisamkeit zu verschaffen. Je jünger das Kind ist, umso prägender sind die Erfahrungen, die es bei der täglichen Körperpflege macht.
Die Erzieherinnen unterstützen positive Erfahrungen des Kindes, indem sie
· auf eine größtmögliche Kontinuität bei der Pflege achten. Neues Personal und Besucher wickeln keine Kinder.
· das Kind nicht überrumpeln, sondern fragen: Darf ich dich wickeln? Die Entscheidung des Kindes, auch einmal eine Zeitlang in schmutzigen Windeln zu sein, akzeptieren.
· bei der Körperpflege auf das ausgeprägte Bedürfnis des Kleinkindes nach Hautkontakt achten. Z. B. Creme liebevoll in die Haut einmassieren, mit Waschlappen/Wattebausch sanft über Arme, Beine, Bauch und Gesicht streicheln.
· ruhig und einfühlsam mit dem Kind sprechen, ihm sagen, was sie gerade machen, Pflegemittel oder Körperteile des Kindes benennen oder Empfindungen des Kindes klar zum Ausdruck bringen (Fingerspiele, Lieder …).
· dem Kind die Möglichkeit geben sich aktiv an den Pflegevorgängen zu beteiligen. Z. B. Windel öffnen, sich eincremen, waschen, Zähne putzen. Dabei geben sie dem Kind Zeit zum Ausprobieren und unterstützen es durch Bestätigung und Ermutigung im „Selbertun“.
In der Praxis ist es nicht jedes Mal möglich, sich für die Pflege und das Wickeln so ausführlich Zeit zu nehmen. Wir versuchen aber, jedem Kind wenigstens einmal am Tag eine Pflegesituation mit Zeit und Ruhe zu ermöglichen.
Gestärkt durch die positiven Erfahrungen wird das Kind zu seiner Zeit, ohne Angst und Zwang den Schritt aus der Windel zum Kinder-WC nehmen.
Wir nehmen Hemmungen und Ängste wahr und ernst. Kein Zwang zur Sauberkeit wird ausgeübt und unterstützt. Wir beachten, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus für Blasen- und Darmentleerung hat und viele Kinder Ruhe und Intimität für diesen Schritt benötigen.
Zahnpflege
Zur täglichen Körperpflege gehören natürlich das Üben der Toilettengänge mit Händewaschen und das tägliche Zähneputzen nach der Mittagsmahlzeit.

